IntegRADsion mittendrin integrieren.

 

Dieses Projekt gibt Männern und Frauen mit Fluchterfahrung die Möglichkeit, ihr neues zu Hause näher kennenzulernen und selbstständig zu erkunden, um so, mit einer gewissen Leichtigkeit ein Zugehörigkeitsgefühl zu ihrer neuen Umgebung zu finden. Und zwar mit dem besten Fortbewegungsmittel aller Zeit: Dem Fahrrad.

Der Begriff "Integration" verlangt von Menschen mit Fluchterfahrung eine Assimilierung mit der "neuen" Gesellschaft. Wir glauben, dass "Integration", also Austausch und harmonisches Zusammenleben nur dann funktioniert, wenn man im täglichen Kontakt ist, also durch Teilhabe.  Dafür ist Mobilität im Großstadtleben wichtig. Menschen mit Fluchterfahrung wohnen in Wien zum Großteil in Außenbezirken. Der Weg zum Unterricht bzw. in ihre neue Stadt ist nur durch öffentliche Verkehrsmittel möglich. Das wiederum erfordert ein Ticket, was die meisten nicht bekommen, außer sie haben das Glück noch im schulpflichtigen Alter zu sein, denn nur dann bekommen sie eine Schülerfreikarte. Für geflüchtete Menschen ist es, neben dem Erlangen eines positiven Asylbescheids und des Erlernens unserer Sprache, mindestens genauso wichtig, sich in Wien willkommen zu fühlen und nach und nach hier ein neues zu Hause zu finden, das nun das ihre ist.

 

Wie das Projekt funktioniert:

Wir vermitteln gespendete Fahrräder an Menschen mit Fluchterfahrung.

Die Fahrräder werden bei der Abholung dann zusammen repariert und fahrtauglich gemacht.  Dafür treffen wir uns entweder am Dienstag in der Flickerei oder am Mittwoch in OPENMarx. Hier ist das Ziel einerseits gemeinsam die Spendenräder fahrbereit zu machen und die neuen Besitzer*innen näher kennenzulernen. Einige Jungs, die bei uns schon länger mitmachen, unterstützen diese Reparaturnachmittage und lernen jedes Mal mehr dazu, um vielleicht irgendwann eine Ausbildung in dem Bereich machen zu können oder mit ihrer gesammelten Erfahrung einen Job zu finden. 

So kannst du mitmachen.

 

Rückblick auf das Projekt 2015:

Das Projekt IntegRADsion wurde 2015 als integrationsförderndes Projekt initiiert. Im letzten Jahr konnten wir 30 Fahrräder und Radpaten vermitteln. An gemeinsamen Reparaturnachmittagen in der Selbsthilfewerkstatt Flickerei lernten sich Flüchtlinge und WienerInnen kennen und nahmen zusammen Reparaturen an den Rädern vor. Die Räder wurden von den RadpatInnen oder SpenderInnen mitgebracht. Am Ende des Nachmittags bekam jeder Flüchtling sein repariertes Fahrrad inklusive Schloss und Licht. Und manche konnten auch neue Freundschaften aus den Nachmittagen mitnehmen. Von Februar 2016 bis Mai 2016 arbeiteten wir mit der Notunterkunft Vordere Zollamtsstraße und konnten dort zusammen mit dem Freiwilligenteam das erste Leihsystem aufstellen.